Mauretanien 19 - 20

Und wieder nach Marokko und Mauretanien. Ein weiteres Abenteuer mit gleichen, ähnlichen und neuen Zielen.

Italien bis Genua, - Fähre Genua - Tanger, - Marokko, Mauretanien und zurück über Spanien und Frankreich.

Nach einem schönen Sommer mit friedlichen Ferien in der Camargue und in Südfrankreich mit Mona, konnte ich dann noch zwei Monate als Servicetechniker arbeiten. Ohh, viel , viel zuwenig.

Deshalb fahre ich diesmal gleichwohl wieder in die Sahara, aber noch sparsamer und mit weniger Reisebudget.

Ich plane weitere interessante Orte anzuschauen und neue Pisten zu fahren. Also in Fes war ich noch nie und über den Djebel Sahro möchte ich auch. Ach, ja, und mal nach Smara in der Westsahara und die Eisenerzpiste in Mauretanien, den Ben Amira Monolithen... und .. und ... und.

Los - ich kann mir drei bis vier Monate gönnen.  

Im Hafen von Genua. Häfen habe ich unterdessen lieb gewonnen. Sie strahlen Internationalität, Freiheit und "weite Welt" aus.

Die italienische Reederei GNV (grandi navi veloci) bringt mich innert langen 52 Stunden nach Marokko. Zeit für ein italienisches Bierchen an der warmen Oktobersonne.

Im Hafen von TangerMed, werde ich von meinem Reisefreund Norbert herzlich empfangen. Wir werden nun ein Stück zusammen fahren.

Tja, und mit fast leerem Tank aufs Schiff gefahren. Nun, in Marokko erst mal tanken. Ca. 1 Euro pro Liter Diesel. Ich nehme nur 200 Literchen, denn es kommt noch besser.

.

Chefchaouen.

Ich war noch nie richtig in Fes. Diese grossartige Königsstadt möchte ich diesmal besichtigen. Doch zuerst fahren wir über Chefchaouen, die blaue Stadt, und nächtigen dort auf dem mir bekannten Camping Municipal. Siehe oben.

Damit wir in Fes an die richtigen und wichtigen Orte kommen, leisten wir uns einen Touristenführer.

Mit einem älteren, etwas barschen und trockenen Guide, sehen wir also die Sehenswürdigkeiten von Fes. Allen voran natürlich die Färbereien und das Lederhandwerk.

Im Nachhinein muss ich gestehen, dass sich dieser Begleiter nicht gelohnt hat. Alles schnell und unmotiviert. Ich merke wieder mal, was ich eigentlich hätte wissen müssen... nur alleine sieht man wirklich was. Dann kann man rumstreunern und stehen bleiben wo und wann man will. Nachfolgend die Fes Bilder.

Tja, im Nachhinein ging alles zu schnell. Fes, ich komme wieder. Dann parkiere ich auf einem Parkplatz gerade bei der Stadt. Unser Zeltplatz war ja deutlich ausserhalb und deshalb drängte sich ein erneuter Stadtbummel nicht auf.

Weiter geht es Richtung Atlas und Richtung Sahara.

Über das Atlas Gebirge.

Ganz oben hat es einen See. Den "Lac de Tislit". Schöne winterliche Stimmung.

Die Todra Schlucht. Bekannt und daher touristisch. Ich bin allerdings jedesmal fasziniert über die Bergsteiger, die da an den Hängen .... hängen.

Nach dem Atlas kommt ein weiterer Bergzug. Der Djebel Sahro. Den zu überqueren soll wunderschön sein, allerdings nur für Allradfahrzeuge. Prima, da war ich noch nie. Und am besten, zuoberst auf dem Berg übernachten. Yes!

Und da sind wir bereits auf der Passhöhe. Eine Berberfamilie hat hier ein paar Hütten und ein kleines Café. Ebenso diesen atemberaubenden Stellplatz. Hier übernachten wir in dieser wunderschönen Bergwelt.

Immerhin 2700 m.ü.M.

Ha,ha, zum Schluss sei noch gesagt; seit einigen Monaten ist die Strecke geteert. Also nun auch ein gute Tour für normale Wohnmobile. Wirklich sehenswert.

Und ausserdem eine gute Verbindung nach Zagora, meiner Lieblingswüstenstadtoase. Da muss ich einfach jedesmal hin. (genau wie nach Marrakech, doch dies dann auf dem Heimweg)

In Zagora fahren wir erst einmal zu unserem Lieblingszeltplatz, dem "Oasis Palmier". Ein kleines Paradies. Und ach... was für ein Wetter auch immer herrscht!

Ein Begrüssungstee ist immer dabei. Dazu erledigen wir die Formalitäten.

Was will man mehr?

Unsere Freunde aus Holland stossen zu uns. Jaqueline und Pier. Letztes Jahr waren wir zusammen in Mauretanien und sie hatten dannzmal einen grünen Mercedes LKW. Diesmal sind sie mit einem Mercedes Bus mit Allradantrieb unterwegs.

Wie so oft muss ich auch noch etwas werkeln. Die neuen Stossdämpfer von Koni werden härter eingestellt. (von 50% auf 75% der maximalen Zugstufe)

Ach, und was ist DAS denn? Unser Freund Pier hat uns ein Hotel in Mhamid empfohlen, wo man auch mit dem Wagen stehen kann. Irgendwas mit Palace glaub ich. Es ist wirklich schön und wir gehen sogar noch fein Essen. Solche "Ausflüge" mag ich auch immer, jedoch sind sie oft am Anfang, wenn einem noch alles preiswert erscheint.

Ein feines Abendmenü mit einem Bierchen und Wein kostet so um die 25 Euro's. Wie gesagt; preiswert am Anfang der Reise.

Aber ach was... ich gehe einfach auch gerne mal schön Essen. Vielleicht auch eine Eigenschaft, die ich mir in vielen Jahren als "Vertriebler" angeeignet habe.

Kurzum, nach Zagora und Mhamid, also zum Erg Chegagga. Ha, ha, da war ich nun wirklich schon ein paarmal. Dennoch, es gibt nichts schöneres als Dünen, Sand und Pisten.

Immer wieder.

Volià. Am Fusse der höchsten Düne Lhabidia bilden wir unser Nachtlager für zwei Nächte. Und hier auch ganz oben.

Und unterdessen schon Tradition. Ein schweizer Käsefondue. Leider ohne Weisswein. Aber immer gut.

Sowohl Norbert als auch Jaquelien und Pier, wissen es zu schätzen.

Das Restaurant Titanic im Lac Iriki. Okay, das ist ein trockener See, aber eben gleichwohl ein "See".

Den Besitzern habe ich vor zwei Jahren zu einem ersten Eintrag in Google Maps verholfen. Scheinbar hat das gut genützt, denn der Laden scheint zu laufen.

Hier in der kleinen Oase ... ich glaube ohne Namen.

Anstatt direkt nach Foum Zguid zu fahren, machen wir einen schönen Ausflug zu den Mdaouer Bergen. Es gibt den kleinen "Mdaouer sehrir" und den grossen "kebir".

Natürlich ist auch ein bisschen rumkraxeln angesagt.

Und dann auch wieder mal "Rüttelschüttel".

Foum Zguid, wir essen auswärts. Wunderschöne Abendstimmung.

Nach Foum Zguid, da muss ich wieder mal alleine fahren. Eigentlich war ich bis jetzt immer in Gesellschaft. Mit meinen Reisefreunden ist es super schön. Dennoch ist mir die totale Freiheit auch wichtig.

Mein nächstes Ziel heisst Smara im einstigen Land "Westsahara". Ich fahre dazu eine Piste durch einsames Buschland und reise nun also alleine.

Dann und wann sehe ich Hirten in einfachen Zelten und meistens steht ein alter Land Rover Santana aus früheren, spanischen Kolonialzeiten dabei. Mehrmals fahre ich auch dahin und habe nette Kurzgespräche. Es wird mir immer abgeraten weiter östlich zu fahren, da es Minen aus dem Saharakonflikt haben soll.

Gerne parkiere ich bei einem Baum oder Stein oder sonstigen Hindernis.

Sollte ein einsamer Land Rover Bauer des Nachts hier neben der Piste durchbrettern, so möchte ich nicht angefahren werden.

Eine ehemalige "Rallye Paris-Dakar" Piste. Erkennbar an den Hügeln rechts und links, die den Pistenverlauf vorgaben.

Hier ist der Taurus in seinem Element. Nur für 4x4.

Ein grosser getrockneter See. Herrlich nach der Kraxelei. Den Namen konnte ich nicht herausfinden. Nun ist es nicht mehr weit und ich bin auf Teer.

In der Stadt Smara werde ich Übernachten, in einem kleinen Restaurant lokal essen und ein bisschen das Städtchen anschauen. Deshalb kein Zeltplatz der wiederum ausserhalb wäre. Ich parkiere bei der Gendarmerie und geniesse den Taurus der vollkommen autonom ist.

Strassenrestaurant wo auch die Einheimischen essen. Sehr gut. Sehr frisch. Sehr preiswert. SEHR!

Auch ein Stadtbummel bei Nacht ist immer spannend. Kann man eher nur alleine machen. Mit gefällt's ausgezeichnet.

Und bereits wieder am schönen Atlantik und auf dem Weg nach Dakhla und Mauretanien.

Wieder am PK 25, dem Platz der Surfer und Kiter bei Dakhla. Im Oktober noch relativ wenig belegt, später dann komplett Überlaufen.

Als erstes begrüsse ich Luisa und René, die hier jedes Jahr überwintern und immer ein grossartiges Abenteuerlager errichten.

Wir freuen uns gegenseitig und sogleich werde ich zu einem wunderbaren Bonito Fisch Essen eingeladen. Herrlich zubereitet und herrlich die grosse Gastfreundschaft.

Luisa und René.

Mein Dakhla Camp.

Dakhla - Restaurant Samarkand - an der Lagune und immer gut für einen frisch gepressten Orangensaft oder Kaffee.

Die folgenden Bilder sind aus dem "Marche Central" . Einkaufen und sich versorgen ist immer eine willkommene Abwechslung. Überhaupt bin ich zwischendurch gerne in Städten und schaue was es da und dort zu kaufen gibt. Kurze Gespräche mit dem Kellner, dem Tankstellenwärter oder auch einem Fischhändler gefallen mir.

Nach einigen Tagen stossen Jaqueline und Pier dazu. Ebenso Ihre Freunde Marion und Mike.

Letztes Jahr sind wir ja die Eisenerzpiste in Mauretanien nicht gefahren. Das werden wir diesmal nachholen.

Und so werde ich ab jetzt wieder in Gesellschaft sein. Am Abend bevor wir losfahren, trifft noch ein österreichisches Paar, Eveline und Manfred, auf dem Platz ein und sie werden uns ebenfalls begleiten. Nun sind wir also wieder eine stattliche Gruppe von 4 LKW's.

Okay, lass uns nach Atar fahren.

Ach ja. In Mauretanien ist ja die Einfuhr von Alkohol verboten. Okay, ich habe noch ein paar Biere zuviel dabei.

60 Kilometer vor der Grenze fahren wir von der Strasse und vergraben die Bierdosen. Ein GPS Punkt ist gesetzt und auf dem Heimweg werde ich sie wieder ausgraben. Vorausgesetzt sie sind noch da.

Aber wer soll die schon holen.

Der Grenzübertritt verläuft wie immer problemlos und Fotos gibts hier keine. Oben sieht man die Ankunft in Mauretanien, wo sich die LKW's , nordwärts fahrend, stauen.

Die Grenze habe ich immer als problemlos empfunden... wenn man sich auf einen Grenztag einstellt. Es geht nicht in zwei Stunden.

Ich bin begeistert. Der längste planmässig verkehrende Zug der Welt. Gleich nach der Grenze, beim ersten Bahnübergang, kommt schon mal einer.

Die nächsten Tage werden wir noch viele sehen und auch in verschiedenen Längen.

Unsere erstes Lager, noch vor Bou Laounar. Der Mercedes 410, 4x4 mit Pier und Jaqueline, der MAN von Marion und Mike, der MAN VW von Eveline und Manfred und mein Taurus. Dazu die Hunde Faya, Bipp und Tosh.

In Bou Lanouar hat es eine grossen Wasserturm und eine Pumpstation, wo wir morgen früh Tanken werden. Bestes und schwefelfreies Wasser. Herrlich nach dem schlechten Dakhla Wasser und wichtig für die mehrtägige Fahrt entlang der Eisenerzbahn.

Wir lachen als ich eines Tages mein Lebens- und Freiheitsmotto bekannt gebe.

"Braune Füsse in Sandalen". - Richtig, Ziel erreicht.

haha, und hier geht's los. Wie oft, fährt man erst mal mit zu hohem Reifendruck vom Teer auf die Pisten und ja, dann sandet man halt erst mal ein. Dies hat für mich schon lange keinen Schrecken mehr, denn ich weiss wie ich rauskomme. Dennoch, ein Saukrampf ist es allemal.

Luft raus - probieren - geht noch nicht - Kupplung nicht verbrennen, nein, Sandbleche raus, buddeln, rausfahren. Und die Foto's sind doch gut, oder?

Diesmal hat's Mandfred erwischt.

Es ist schön und warm. Solche Lager sind immer toll und ich geniesse noch ein Feierabendbierchen. Tja, ALLE habe ich nicht vergraben.

Die Geleise der Eisenbahnlinie Nouadhibou - Zouérat. Hier sieht man gut , wie das grosse Gewicht der Züge die Schienen belasten. Diese Splitter sind Gift für unsere Reifen und deshalb vermeiden wir das Fahren in unmittelbarer Nähe der Schienen. ... Meistens.

Es ist wunderschön hier zu fahren und solche flachen Ebenen sind ein wahres Highlight. Allerdings, es ist meistens nicht so.

Hier kommt eine der längsten Zugskombinationen. 4 Dieselloks ziehen 178 Wagen und jeder Wagen wiegt 100 Tonnen. Mit einer Gesamtlänge von über 2 Kilometern ist das schon ein Ding.

So. Während der Fahrt rieche ich plötzlich Dieselgeruch. Und ja, es tropft ein bisschen was raus.

Wir halten an und es schaut relativ unproblematisch nach einer durch gescheuerten Dieselleitung aus. Gut, kein Problem. Freunde, macht Kaffepause, ich brauche ca. eine Stunde.

 

Hier oben sieht man die durchgescheuerte Kunststoffleitung, die ich rausschneide und mit einem Überschlauch ersetzte.

Hier unten sieht man einen dummen Fehler meinerseits. Ich dachte alle Gegenstände in der Kabine seien gesichert. Doch leider fliegt dennoch etwas in die Scheibe , beim Kippen der Kabine.

Dies regt mich erstmal auf, aber schlussendlich ist die Scheibe noch dicht und na ja.... jetzt ist der Taurus einfach ein bisschen afrikanischer.

Was soll's. (ich bin dann damit in die Schweiz gefahren.)

An einem weiteren schönen Abendlager erhalten wir Besuch. Drei junge Männer halten bei uns an, breiten erst mal den Teppich aus und machen eine Teepause. Wir unterhalten uns angeregt und geniessen die Teezeremonie und die interessanten Gespräche.

Noch etwas später kommen auch noch drei Militärs dazu. Nach dem "Woher und Wohin", (also dem offiziellen Teil), werden sie dann auch lockerer und schlussendlich muss ein Gruppenfoto her.

Später geniessen wir dann wieder die Ruhe und unser gemeinsames Camp.

Eines meiner Ziele ist der der Monolith Ben Amira mit seinem Schwesterberg Ben Aischa. Nach dem australischen Ayers Rock und dem Mount Augustus, der drittgrösste Monolith der Erde. Immerhin.

... es geht gleich weiter